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Meldung Nr. 1-2018

Datum: 04.04.2018

Winterraps – Insektizide

Momentan liegen noch keine Fänge von Rüsslern in den Gelbschalen vor. Dies kann sich bei der momentan warmen Witterung jedoch rasch ändern.

Falls noch nicht erfolgt, sollten Sie Gelbschalen aufstellen, da es erfahrungsgemäß starke regionale Unterschiede bei den Fängen in den Gelbschalen gibt.

Der große Rapsstängelrüssler sollte erst ab 10 Käfer/Gelbschale innerhalb von drei Tagen und der gefleckte Kohltriebrüssler ab 30 Käfer/Gelbschale innerhalb von drei Tagen bekämpft werden.

Hierfür sollten Pyrethroide Typ 2 eingesetzt werden: z.B. 75 ml/ha Karate Zeon (B4) oder 150 ml/ha Kaiso Sorbie (B4) oder 150 ml/ha Lambda WG (B4) und andere.

Momentan gibt es noch keine Resistenzen der Rüssler gegen Pyrethroide. Pyrethroide sollten bei Temperaturen über 20 C° nicht mehr eingesetzt werden, da ihre Wirkung dann deutlich geringer ist.

Beachten Sie die Bienenschutzauflagen: B4-Mittel dürfen tagsüber sowie bei Vorkommen von blühenden Pflanzen (blühende Unkräuter) eingesetzt werden.

Jedoch sollte aus Bienenschutzgründen eine Anwendung generell in den Abendstunden durchgeführt werden.

Mittel mit der B2-Auflage dürfen nur nach dem Ende des täglichen Bienenfluges um ca. 19.00 Uhr bis 23.00 Uhr eingesetzt werden.

Vorsicht: Kombinationen von B4-Insektiziden mit Fungiziden können je nach Kombiantion in Tankmischung zu B2 oder B1 werden! Informationen hierzu im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2018“ auf Seite 28.

Wenn Rapsglanzkäfer zusätzlich zum Stängelrüssler auftreten und die Schadschwelle auch für Rapsglanzkäfer überschritten ist, dann sollten Sie 0,2 l/ha Trebon 30 EC einsetzen. Trebon hat eine B2-Auflage.

Die Schadschwelle liegt bei 8 Rapsglanzkäfer je Gelbschale in gut entwickelten Beständen und bei 4 Glanzkäfern in schlecht entwickelten Beständen.

Momentan ist der Befall mit Rapsglanzkäfern meist unterhalb der Schadschwelle.

Mischen Sie ca. 100 ml/ha reines Bor mit dem Insektizid. Bor verbessert die Wiederstandsfähigkeit der Rapspflanzen gegenüber schwankenden Tagestemperaturen.

Winterweizen, Roggen, Triticale- Herbizide

Sollten bislang noch keine Herbizide ausgebracht worden sein, dann können z.B.

220 g/ha Broadway + 1,0 l/ha FHS + (bei evtl. Taubnesselbesatz) 30 g/ha Pointer SX oder

300 g/ha Atlantis WG + 0,6 l/ha FHS + 50 g/ha Artus + 150 ml/ha Primus Perfect

oder

300 g/ha Atlantis WG + 0,6 l/ha FHS + 70 g/ha Biathlon + 1,0 l/ha Dash E.C.

oder

100 g/ha Attribut + 100 ml/ha Husar plus + 0,5 l/ha FHS + 100 g/ha Hoestar Super

 

bei starkem Ackerfuchsschwanzbesatz muss die Atlantismenge auf 400 - 500 g/ha (FHS 0,8 – 1,0 l/ha) erhöht werden. Hier grundsätzlich für nächsten Herbst eine Winterweizenbehandlung mit einem anderen Wirkstoff einplanen.

Dinkel:

220 g/ha Broadway + 1,0 l/ha FHS

Aus Resistenzgründen sollte in diesen Kulturen das ebenfalls zugelassene Axial 50 nicht verwendet werden, sondern in der Gerste zum Einsatz kommen.

 

Wintergerste - Herbizide

Falls die Wintergerste im Herbst nicht mehr behandelt wurde oder noch eine Nachbehandlung auf Flächen mit stärkerem Ackerfuchsschwanz notwendig ist, sollte nun bald eine Gräserbehandlung durchgeführt werden.

Als Gräsermittel steht ausschließlich das Axial 50 mit 1,2 l/ha zur Verfügung. Aufgrund der abnehmenden Wirkungsstärke sollte das Mittel unbedingt solo eingesetzt werden.

Jedoch keine Anwendung vor und nach Nachtfrösten.



reine Unkrautmittel bei Nachbehandlungsbedarf:

200 ml/ha Primus Perfect (Schwäche bei Stiefmütt., Ehrenpreis, Storchschn.)oder

150 ml/ha Primus Perfect + 1,5 l/ha Pixie oder

70 g/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash (Schwäche bei Stiefmütterchen, Storchschnabel und Ehrenpreis) oder

1,0 l/ha Zypar (Schwäche bei Ehrenpreis und Stiefmütterchen)

 

Generell

  • Nährstoffvergleich für 2017 muss nun erstellt sein.
  • Düngebedarfsberechnungen unter www.duengung-bw.de erstellen, falls noch nicht geschehen. Die für Ihre Bewirtschaftungseinheit berechnete N-Obergrenze nach der Düngeverordnung ist zwingend einzuhalten
  • Nmin-Werte außerhalb Wasserschutzgebiet bzw. für Kulturen, zu denen keine Nmin-Werte im Wasserschutzgebiet gezogen werden müssen aus BWAgrar ausschneiden und in Ordner für evtl. Kontrolle aufbewahren
  • überprüfen, ob Grenze von 170 kg N/ha aus Wirtschaftsdünger überschritten wurde; wenn ja reagieren, z.B. mit Gülleabgabeverträgen mit Betrieben, die noch Gülle aufnehmen können à ab 2018 muss der komplette enthaltene Stickstoff aus Biogasgärresten (fest + flüssig) angerechnet werden!
  • Gülleanalysen ziehen
  • überprüfen, ob Grundnährstoffproben noch aktuell sind à alle 6 Jahre auf allen Acker- und Grünlandschlägen über 1,00 ha ziehen
  • Spritzen-TÜV überprüfen (alle 3 Jahre neu erstellen)
  • Pflanzenschutzmaßnahmen von 2017 müssen komplett dokumentiert sein;

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